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Architektur auf der Spur

Ich behaupte mal: „Architekten sind auch „nur“ Spielkinder.“ Während wir mit unseren kleinen Maschinchen, den ganzen Elektronik-Gadgets und den tollen iGeräten spielen, bauen Architekten mit ihren Bauklötzchen die Räume, in denen wir unser Spielzeug unterbringen dürfen.

In der letzten National Geographic las ich einen kurzen Bericht über ein neues Projekt in Dubai, welches – so versuchte man dem werten Leser unter zuschieben – völlig auf regenerative Energien ausgerichtet ist. (So, wie man in der IT gern von GreenIT spricht, so nennen das die Marketingfutzies im Bausektor „green building“. Beide haben jedoch diesen ranzigen Nachgeschmack aus der Marketingmühle.)

Nun, wer das Baugeschehen mal etwas genauer verfolgt der weiß, dass gerade Dubai zwar für große, enthusiastische – ja fast größenwahnsinnige – Bauprojekte  bekannt ist, diese aber eines immer gemein haben: Sie sind weder gut für die Umwelt, noch ist man auf das Sparen von Energie bedacht. Dubai sieht für mich aus, als hätte jemand eine SimCity-Simulation in der Wüste Realität werden lassen.

jumeirah_dubai

Die Skyline wirk wie die Symbiose aus Las Vegas und Frankfurt. Beeindruckend? Ja! Schön? Nein!

burj_dubai_in_skyline

Da werden Inseln in Form der Welt, oder in der Form einer Palme ins Meer „gebaut“, ein Ski-Halle mitten in der Wüste errichtet und weitere, haarsträubende Energiesünden in die Wirklichkeit umgesetzt.
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Kein Wunder, dass Dubai die Liste für Energieverschwender anführt und damit noch vor den Vereinigten Staaten steht.  Basis dieser Liste war die Messung des „ökologischen Fingerabdrucks“, welcher sich aus der Fläche an Land und der Menge an Wasser, die ein Einwohner benötigt, um zu wohnen, zu arbeiten oder einfach nur um seinen Abfall zu entsorgen, errechnet.

Demnach braucht in den Vereinigten Arabischen Emiraten, deren größte Stadt Dubai ist, ein Einwohner 11,9 Hektar, während in den Vereinigten Staaten der Durchschnitt bei 9,6 Hektar und der internationale Durchschnitt nahe 2,2 Hektar liegt. Auch in Punkto  Kohlendioxid-Ausstoß liegt in der Föderation einiges im Argen. Allerdings findet mittlerweile auch hier ein Umdenken statt. So führte man Anfang 2008 neue Bauvorschriften ein, und startete diverse Projekte – u.a. Masdar City – welche sich das Energiesparen auf die Fahne geschrieben haben.

So auch ein Projekt von David Fisher – The Dynamic Tower– welches mich eher an eine Spielzeug, als an ein modernes Gebäude erinnert.  Das Gebäude soll sich selber mit der nötigen Energie versorgen und sogar noch überschüssige Energie abgeben. Aber lassen wir das den Architekten mal selber erklären:

httpv://de.youtube.com/watch?v=Bq-QUkE1DGM

Der Wind soll Rotorblätter zwischen den Etagen antreiben und der so generierte Strom wird dazu benutzt, die Etage in einer Stunde einmal komplett um die eigene Achse zu drehen, so denn der Benutzer das möchte. Die Rotation  kontrollieren seine  Bewohner über eine Sprachsteuerung. Aber nicht nur Windenergie soll genutzt werden, sondern auch Sonnenenergie. Jedes der Segmente soll auch Solarkollektoren besitzen.

Ich fand das ein sehr interessantes Konzept, wenn ich auch nicht daran glaube, dass die gewonnene Energie sehr viel zu einer positiven Energiebilanz beitragen wird. Kann man nur hoffen, dass man hier nicht zu sehr auf Prunk und mehr auf Verstand setzt. Reale Zahlen, welche den Verbrauch widerspiegeln, wird man wahrscheinlich eher nicht erwarten können, da David Fisher noch zwei solcher Gebäude geplant hat. Aber schauen wir mal.

So gut wie verkauft sind die 200 Apartments schon. Mehr als 1100 Interessenten stehen wohl schon auf der Liste. Je nach Stockwerk werden dann zwischen 2,4 und 24 Millionen Euro fällig. Dahingehend betrachtet ist das Projekt für die Investoren also schon ein voller Erfolg.

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