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HDMI über Funk

Bei einer Tasse frischen, heißen, schwarzen Kaffees und einem Double Chocolate Chip Cookie von Subway (für die mache ich fast alles) blicke ich auf einen Tag absoluter Testerei zurück. Ich durfte mir heute den GigaVideo800 HDMI von Marmitek ansehen, welcher im Bereich „Smart Solutions at Home“ (SMART – was sonst)  angeboten wird. Mit Hilfe dieses Spielzeugs soll es möglich sein, über eine Entfernung von bis zu 20 Metern Bild- und Tonsignale per Funk zu übertragen. Nun ist das nicht wirklich etwas Neues, wäre da nicht das Versprechen des Herstellers: „…überträgt FullHD Signale bis 1080p im 5 GHz Band in perfekter Qualität.“

GigaVideo800HDMI

Szenario ist denkbar einfach: Ein Beamer (Canon XEED SX7) unter der Decke soll mittels eines DELL Latitude E6500 von einem Vortragplatz aus über DVI „befeuert“ werden, ohne ein lästiges Kabel verlegen zu müssen.  Absolute Standard-Aufgabenstellung, wie ich finde.

Das Paket des GigaVideo800 besteht aus zwei Geräten. Aus einem baulich etwas größeren Transmitter für den Vortragplatz und einem zugehörigen Receiver, welcher über dem Beamer in der Decke seinen Platz findet. Im abgeflachten Klavierlack-Laibchen hinterlassen beide Geräte von der Verarbeitung her einen sehr wertigen Eindruck. Die Größe des Transmitters hat mich etwas erschreckt, allerdings wirkt er nicht viel größer, als der zu ersetzende VGA-Splitter.

Da im Transmitter auch ein Umschalter für bis zu vier Videoquellen integriert ist, können bis zu vier Geräte angeschlossen und deren Signale zum Beamer übertragen werden. Folgende Auflösungen sollen unterstützt werden:

  • über 2 x YPbPr: 480i, 480p, 576i, 576p, 720p, 1080i, 1080p@24/30fps
  • über 2 x HDMI: 480p, 576p, 720p, 1080i, 1080p@24/30fps

Zwischen den einzelnen Videoquellen kann man mittels eines Tasters am Transmitter bequem wechseln. Die eingestellte Quelle wird numerisch als blau leuchtende Zahl angezeigt. So weit zum Transmitter.

Am kleineren Receiver könnte man ebenfalls die Videoquellen über einen Taster umschalten. Des Weiteren befindet sich hier auch eine Signalstärkeanzeige, wie man sie von diversen WLan-Geräten gewöhnt ist. Der Receiver besitzt einen HDMI-Ausgang, über den dann Video und Sound an das darstellende Gerät geliefert wird.

Es befindet sich auch eine Fernbedienung mit zugehörigem IR-Empänger (für den Receiver) und IR-Sender (für den Transmitter) in dem Paket. So kann man alle an den Transmitter angeschlossenen Geräte über die Fernbedienung steuern, wenn sich der Receiver in einem anderen Raum befinden sollte.

Praxistest: Die Sendeleistung reichte aus, um eine stabile Verbindung über ca. 20 Meter und durch eine Trockenbauwand hindurch aufbauen zu können. Allerdings konnte ich nur die Bildübertragung testen, da der angeschlossene Beamer keine Soundausgabe besaß. Bespielt habe ich den Beamer hierbei mit einer EVA 8000 von Netgear über HDMI. So weit so gut.

In dem oben aufgeführten Szenario versagte jedoch leider die Rechner-Beamer-GigaVideo800-Kombination. Unter Vista mit dem neusten Nvidiatreiber von Dell für den NV160 ließ sich der Beamer leider nicht mit der vollen Auflösung ansteuern. Selbst Versuche mit einem anderen Rechner über einen HDMI-Ausgang und einer Gforce 8800M Grafikkarte oder einer ATI Radeo 9700 über DVI und mit diversen Treibern (Dell, Omega) brachte leider keinen Erfolg. Der Rechner erkannte über den Transmitter leider die native Auflösung des Beamers nicht. Somit schlugen alle Versuche fehl, eine Auflösung über 1024 x 768 Pixel einzustellen. Schade eigentlich.

Ich hatte mich schon darauf gefreut, die Übertragung mal mit einem Quadband Router DIR-855 von DLink zu stressen, da der ja im gleichen Funkband unterwegs sein kann. (Vielleicht hole ich das ja morgen aus „just 4 fun“ noch nach.)

Fazit: Für eine ausgefeilte Home-Entertainment-Einrichtung (PS3, XBox, HDTV-Receiver etc.) ist der GigaVideo800 HDMI sicher ein Geheimtipp. Es werden die nötigen Standards unterstützt und das lästige Verlegen diverser Kabel und deren kunstgerechtes Verweben hinter den Gerätschaften weicht somit einer luftigen Funkübertragung, die sogar über eine Raumgrenze hinweg funktionieren kann. Allerdings kostet das Paket runde 599 € . Damit kann man es nicht unbedingt als ein Schnäppchen bezeichnen und zielt sicher auf absolute Hightec-Enthusiasten ab, welche die ultimative Lösung an den Start schieben wollen. (Hätte ich einen Beamer für FullHD, würde ich sofort zuschlagen. 😉 )

Für unser Anwendungsbeispiel taugt die Anlage jedoch nichts. Leider ließ sich nicht herausfinden, woran es nun eigentlich lag, dass die automatische Erkennung des Beamers fehlschlug. Entweder werden die nötigen Informationen über die Receiver-Transmitter-Kombination nicht übertragen, oder es scheiterte schlicht weg an den diversen Unwegsamkeiten in den installieren Treibern. Ein Funktionstest über eine fest verdrahtete Anbindung des Beamers über DVI glückte. Die native Auflösung des Beamers wurde von Windows erkannt und genutzt.

So! Jetzt noch ein wenig Musik und DS (für ANNO oder WOW ist es leider zu spät) gezockt und dann geht’s ins Bett.

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