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Linux für die Hosentasche

Man mag mich einen Ignoranten nennen, aber ich behaupte, dass ein Linux-System auch heute noch für einen 0815 Otto Normalverbraucher überhaupt nicht oder nur bedingt empfehlenswert ist.

Klar! Es gibt gefühlte 1000 Linux-Distributionen und alle haben irgendwie ihre Berechtigung. Und wenn man ganz genau weiß, was man macht, dann kann man mit Linux auch glücklich werden. Aber es ist immer noch mit einem doch hohen Grad an Einarbeitung verbunden, ehe alles so läuft, wie es soll. Und das macht der normale „Verbraucher“ eben nicht.

Und sind wir mal ehrlich: Die Standards, die Microsoft in die Bedienung gesetzt hat, sind nicht von der Hand zu weisen. (Ob nun abgekupfert, oder selber entwickelt, das soll hier mal keine Rolle spielen.)

Neben selbst zusammengebauten Linux-Installationen habe ich schon so manche ach so hoch gelobte und fertig gestrickte Hosentasche ausprobiert. Aber so richtig vom Hocker hat mich noch keine gerissen. Warum? Die meisten waren mir einfach zu groß, der letzte Test lief mit GOS, welches caschy vorstellte mit über 600 MB!! Oder wenn ich an Knoppix denke, mit dem die c’t immer um sich wirft. Andere waren dann schon wieder so klein und minimalistisch, dass es keine Freude war. Außerdem empfand ich die meisten als recht unaufgeräumt.

Aber dann habe ich eine Variante gefunden, die hat mir auf Anhieb gefallen. Slax. Alles drin und sofort einsatzbereit als ISO (bootable CD) oder für den USB-Stick zu haben. Darin ist ein Browser, ein einfaches Zeichenprogramm, ein Bildbetrachter, ein Musik- und ein Videoplayer, ein Brennprogramm, ein CD-Ripper, ein Schreibprogramm, eine Tabellenkalkulation, ein PDF-Viewer und drei einfache Spiele enthalten. Kurz: Da ist alles drin, was man zum Überleben an einem Computer braucht. (Ja, ICQ-Client ist auch dabei. 🙂 ) Und das beste finde ich, dass man das als ein 190MB kleines Päckchen zum Download angeboten bekommt.

Um das Slax dann vom USB-Stick booten zu können, entpackt man das Archiv einfach auf den Stick. Man erhält zwei Ordner:

slax_ordner

Unter Windows startet man nun mit einem Doppelklick aus dem boot-Verzeichnis die bootinst.bat. Unter Vista muss die bat-Datei in einer Konsole mit Administratorrechten gestartet werden. Dazu am besten unter Start –> Suchen –> cmd und dann einen Rechtsklick auf die angezeigte cmd.exe –> als „Administrator ausführen“.  In der Konsole auf den USB-Stick wechseln (z. B.: „P:“) und dann den Befehl: bootbootinst.bat ausführen. (Unter Linux bootinst.sh ausführen.)

Wichtig: Der USB-Stick sollte im FAT32 formatiert sein. Aber das ist im Prinzip zu 99,9% sowieso schon der Fall.

Man durchläuft dann die folgende Routine:

slax_bootinst

slax_bootinst1

Danach ist die Sache ausgestanden und man kann vom Stick aus Slax booten, so denn das Motherboard das Booten von USB unterstützt. Slax startet dann mit dem folgenden Screen:

slax0

slax

Bei mir benötigt Slax genau 1 Minute und 20 Sekunden, um zum Arbeiten bereit zu sein. Wie ich finde – sehr schnell. Wer zusätzliche Funktionen und Module in seine Slax-Installation integriert haben möchte, der muss sich nicht über die Konsole beugen und alles von Hand integrieren, sondern kann die Module auf der Seite locker zusammenklicken und in das Paket integrieren lassen. Das Paket wird dann allerdings dementsprechend größer ausfallen. Die zur Verfügung stehenden Module sind artig in Kategorien aufgeteilt und somit sehr übersichtlich.

slax1

Neben den einzelnen Modulen gibt es auch noch fertige Pakete, dessen Inhalt man sich anzeigen lassen kann.

slax2

Also selbst mir Nörgelkopf fehlte nichts. Das System startet sehr aufgeräumt, hat alle nötigen Dinge und lässt sich einfach erweitern. Hier hat man wirklich mal für Standards gesorgt, die selbst unbedarften Usern die Möglichkeit bieten sich ihr Wunschsystem zusammenzustellen. *lach* Nun fehlt mir nur noch ein eeePC, um dieses Linux mal mobil rennen zu sehen.

Jetzt hätte ich fast vergessen zu verraten, wo man Slax ausprobieren kann. Klickt einfach hier. (Sogar mit deutscher Anleitung.)

Published inNützliches

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